Der Einsatz von Altpapier in der Papierherstellung nimmt stetig zu. Dabei entstehen alleine in Deutschland jährlich rund fünf Millionen Tonnen verwertbare Rückstände, meist in Form von Pulperzöpfen aus Metall und Kunststoff oder losen Spuckstoffen. Diese sogenannten Pulper Rejects erfordern spezialisierte Zerkleinerungstechnik, um wertvolle Stoffe wie Kunststoff (als Ersatzbrennstoff) oder Metalle wie Stahl, Kupfer und Aluminium zurückzugewinnen. Ohne vorherige Aufbereitung ist die Entsorgung für Papierhersteller mit hohen Kosten verbunden.
WEIMA Shredder für stark abrasive Materialien lassen sich mit zahlreichen Optionen zum Schutz vor Verschleiß ausstatten – für weniger Stillstand und geringere Wartungskosten. Der massive Maschinenrahmen sorgt für besondere Robustheit. Rotoren sind mit Vautid und Siebe mit Creusabro verstärkbar. Optional schützen große Messer (bis 130 x 130 mm) vor Fremdkörpern, Vautid kann auch Messerträger absichern.
Zum Schutz der Rotorplanscheiben empfehlen wir beidseitig montierbare, wechselbare Creusabro-Verschleißscheiben. Auch der Schneidraum ist optional mit austauschbaren Creusabro-Platten verstärkbar. Für besonders beanspruchte Anwendungen bieten wir ein ca. 20 mm starkes, verschleißfestes Creusabro-Sieb an.
Schon gewusst?
In Deutschland wurde im Jahr 2018 durchschnittlich 760 kg Altpapier für die Produktion einer Tonne Papier eingesetzt. Tendenz: steigend.
Pulperzöpfe, auch als Ragger Tails bekannt, sind verhedderte Störstoffe, die im Papierpulper ausgetragen werden. Sie bestehen meist aus Kunststoffen, Fasern, Textilien sowie Stahl- oder Drahtanteilen und liegen als lange, kompakte Bündel vor. Durch das Zerkleinern werden diese Pulperzöpfe in handhabbare Stücke zerlegt, wodurch Volumen und Handhabungsaufwand deutlich sinken. Gleichzeitig wird die effiziente Trennung von Metallen ermöglicht und das verbleibende Material für die weitere Verwertung vorbereitet.
Pulperzöpfe werden je nach Anlagenkonzept per Förderband, Greifer oder manuell in einen robusten WEIMA Shredder eingebracht. Im Schneidraum zerkleinern Rotor und Gegenmesser das Material, ein Sieb definiert dabei die gewünschte Stückgröße. Das zerkleinerte Material wird anschließend über ein Austragsband abgeführt und einer Magnetabscheidung zugeführt, um Stahlanteile zu entfernen. Die verbleibende Nichtmetallfraktion gelangt dann in den vorgesehenen nachgelagerten Prozess.
Nach dem Shreddern werden ferromagnetische Metalle mittels Magnetabscheidung entfernt und dem Recycling zugeführt. Je nach Anforderung können zusätzliche Trennstufen integriert werden, um höhere Reinheiten zu erzielen. Die verbleibende Nichtmetallfraktion wird in der Regel energetisch verwertet oder einem weiteren genehmigten Verarbeitungsprozess zugeführt. Durch die Zerkleinerung liegt das Material in einer dafür geeigneten Form vor.
Ja. WEIMA Shredder sind für stark verschmutzte Materialien wie Pulperzöpfe mit Draht- und Metallanteilen ausgelegt. Durch das Zerkleinern wird der kompakte Zopf aufgebrochen, sodass ferromagnetische Metalle im Anschluss zuverlässig durch Magnete abgeschieden werden können. Dieser Ansatz reduziert manuelle Eingriffe, schützt nachgelagerte Anlagen und verbessert die Qualität der getrennten Materialfraktionen. Die Metallrückgewinnung wird dadurch deutlich effizienter.
Die optimale Outputgröße hängt von den Anforderungen der nachgelagerten Prozesse ab. In der Praxis wird häufig eine mittlere, gleichmäßige Partikelgröße gewählt, die einen störungsfreien Transport ermöglicht und die Metallabscheidung unterstützt. Die Siebgröße im Shredder bestimmt dabei maßgeblich die Stückgröße. Ob die Nichtmetallfraktion energetisch verwertet, zwischengelagert oder weiterverarbeitet wird, beeinflusst die endgültige Auslegung.
Beide Varianten sind im Einsatz. Sehr dicke, nasse oder stark verfilzte Pulperzöpfe profitieren oft von einer zweistufigen Zerkleinerung, um einen gleichmäßigeren Betrieb zu gewährleisten. Bei weniger problematischem Material kann eine einstufige Lösung ausreichend sein. Die Entscheidung hängt von Materialbeschaffenheit, Durchsatzanforderungen, gewünschter Outputgröße sowie dem Verhältnis von Verfügbarkeit, Verschleiß und Energieverbrauch ab.
WEIMA Systeme sind für feuchte und verschmutzte Materialien ausgelegt, dennoch ist eine saubere Prozessführung entscheidend. Abtropfzeiten vor der Aufgabe und die regelmäßige Kontrolle von Verschleißteilen tragen zu einem stabilen Betrieb bei. Geschultes Bedienpersonal kann problematische Fremdkörper frühzeitig erkennen und entfernen. Regelmäßige Sichtprüfungen und gute Anlagenhygiene reduzieren Stillstände erheblich.
Die Wartung umfasst regelmäßige Kontrollen von Messern, Gegenmessern und Sieben sowie die Sauberhaltung des Einlaufbereichs. Veränderungen in der Maschinenlast liefern Hinweise auf Verschleiß oder Blockaden. Geplante Wartungsintervalle für den Austausch von Verschleißteilen und die Einstellung der Schneidspalte sichern eine hohe Anlagenverfügbarkeit.