Industrielle Abfall-Zerkleinerung in der Bretagne

Seit nunmehr drei Jahrzehnten gehören „Les Recycleurs Bretons“ zu den führenden Entsorgungsbetrieben Frankreichs. Vor den Toren der historischen Hafenstadt Brest, im Herzen der stolzen Bretagne, wurde im Jahr 2013 der Betrieb einer regionalen und zeitgemäßen Müllverwertungsanlage aufgenommen. Ihr vornehmlicher Zweck dient der Herstellung kostbaren Brennmaterials für national und international agierende Zementhersteller aus nicht weiter verwertbaren Haus-, Siedlungs- und Industrieabfällen. Ein hydraulisch angetriebener FineCut 2500 Einwellen-Zerkleinerer der WEIMA Maschinenbau GmbH aus Ilsfeld ist dabei ein zentraler Bestandteil und wird vor Ort final zur Nachzerkleinerung eingesetzt.

Werktags erreichen durchschnittlich etwa 130 Tonnen Müll das insgesamt 4 Hektar große Entsorgungsgelände in Brest. Das monatliche Abfallverarbeitungsvolumen beträgt somit mehr als 2.500 Tonnen und stammt vornehmlich aus der Industrie sowie lokalen Hausmüll-Sammlungen. All das, was in der Region rund um Brest in die Mülltonne wandert, findet seine letzte Ruhestätte im „Centre de Tri“ der Recycleurs Bretons.

Damit aus Abfall schlussendlich Brennstoff werden kann, ist es erst einmal notwendig, Materialien vorzuzerkleinern, zu trennen und zu sortieren. Holz zu Holz, Kunststoff zu Kunststoff, Metall zu Metall, Papier zu Papier… In Brest geschieht dies auf vielfältige Art und Weise. Zum Einsatz kommen sowohl Sortiertrommeln, Überbandmagnete, als auch hochmoderne Windsichter, die selbst kleinste Fraktionen effizient separieren können. Ganz ohne den Menschen geht es jedoch auch nicht. Aus diesem Grund überwachen Mitarbeiter an Förderbändern die Materialströme und können gegebenenfalls händisch bei der Sortierung nachbessern. Besonders wichtig ist dabei die Trennung von sogenannten Störstoffen wie etwa großen Steinen. Das soll die Homogenität des EBS-Materialstromes gewährleisten, aber auch erhöhtem Verschleiß bei der Zerkleinerung vorbeugen.

Nach der Separation folgt in einem letzten Schritt die Nachzerkleinerung mithilfe des WEIMA Einwellen-Shredders FineCut 2500. Dessen besonders feine Korngrößen entsprechen der steigenden Nachfrage nach immer höheren EBS-Qualitäten. Der speziell entwickelte FineCut-Rotor eignet sich aufgrund seines aggressiven Einzugsverhaltens ideal zur Nachzerkleinerung

Angetrieben wird der 30 Tonnen schwere Abfall-Shredder durch einen innovativen Hydraulikantrieb von Hägglunds Bosch-Rexroth mit 250 kW Leistung. Hydraulikantriebe haben einen entscheidenden Vorteil: Da sie kein klassisches Getriebe besitzen, das Verschleiß bei Schlägen ausgesetzt ist, sind sie reaktionsschneller und stoßunempfindlicher gegenüber Fremdstoffen wie etwa Metallstücke.

Ebenso effizient arbeitet ein Hydraulik-Antrieb, wenn eine extrem hohe Schnittkraft benötigt wird. Dies kann etwa bei der Zerkleinerung von PP, Filamenten, Multifilamenten oder Big Bags der Fall sein, ermöglicht durch ein hohes Dreh- und Losbrechmoment. Außerdem kann der Hydraulik-Antrieb in Sachen Flexibilität punkten. Da sich die Rotor-Drehzahl stufenlos regeln lässt, ist der Shredder optimal auf das zu zerkleinernde Material (ob hart oder weich, fest oder faserig) konfigurierbar.

So wird in Brest mit Zerkleinerungstechnik von WEIMA im Zweischichtbetrieb Ersatzbrennstoff produziert. Dieser landet schließlich in den Verbrennungsöfen namhafter Zementhersteller. Jean-Michel Abiven, Produktionsleiter von „Les Recycleurs Bretons“, zieht nach einem Jahr Betrieb ein positives Fazit: „Der WEIMA Shredder ist äußerst robust und stellt uns vollends zufrieden. Regelmäßige Wartung ist sehr wichtig. So gewährleisten wir eine effiziente Produktion.“