Ghost(net)buster in den Niederlanden

Wenn der Vizepräsident der Europäischen Kommission und gleichzeitig Chefbeauftragter für den Green Deal, Frans Timmermans, Teil einer Eröffnungszeremonie ist, weiß man vorab: hier entsteht etwas Bedeutsames. Und das stimmt auch dieses Mal.

Mit der Inbetriebnahme des Healix Recyclingzentrums in Maastricht sagt Gründer Marcel Alberts sogenannten Ghost Nets den Kampf an. Damit sind zurückgelassene, frei herumschwimmende Fischernetze und Taue gemeint, die die Weltmeere verschmutzen – und die meisten von einprägsamen Fotos samt sich darin verfangener Schildkröten oder anderen Ozeanbewohnern leider nur zu gut kennen. Unter Zuhilfenahme modernster Technologie zur Wiederverwertung von Kunststoffen will man vor Ort aus diesem bisher linearen Abfall ein Produkt im Sinne der Circular Economy machen. In der Prozesskette ganz vorne mit dabei: ein WEIMA W5.22 Einwellen-Shredder mit Hydraulikantrieb.

01

Zerkleinerung von Ghost Nets mit WEIMA W5.22 Shredder bei Healix in Maastricht

02

Die Vision

Doch zunächst springen wir zurück ins Jahr 2020, dem Gründungsjahr von Healix. Der visionäre Marcel Alberts ist sich dem Meeresplastikproblem zunehmend bewusst und hat beschlossen etwas dagegen zu tun. Wie er sich später bei der Eröffnung selbst zitiert, ist es „Zeit etwas zu tun, statt nur darüber zu reden“. Der smarte Unternehmer aus Maastricht hat zuvor in der Faser- und Textilindustrie über zwei Jahrzehnte hinweg wertvolle Erfahrungen gesammelt, die er für sein neues Herzensprojekt bestens nutzen kann.

Portrait Foto von Marcel Alberts von Healix vor eine Wand mit Schildkröte

Marcel Alberts, Healix Gründer

Logo der Firma Healix auf einer Wand in der Produktionshalle in Maastricht

Healix Logo

Über Healix

01
2020
Gründung
02
W5
Shredder
03
6k
to/a
04

Plastikproblem: Ghost Nets

Alberts simple wie ambitionierte Idee: Ausrangierte und kaputte Netze, Seile und Taue aus der Fischerei und Agrarwirtschaft sammeln, um sie anschließend zu recyceln. Und davon gibt es leider mehr als genug. Healix gibt an, dass solche Ghost Nets mindestens 30 Prozent des sogenannten Pazifischer Müllstrudels (Great Pacific garbage patch) ausmachen. Und dieser ist Schätzungen zu Folge über 1,6 Millionen! Quadratkilometer groß. Das ist in etwa die Fläche Frankreichs – mal drei.

Schwimmendes ghost neets mit Fischen im meer

Meeresplastik Problem: Ghost Nets

Ghost Nets mit Meeresschildkröte auf Boot

Schildkröte verfangen in Ghost Net

Ozen Plastik Müll Ghost Nets auf Grund neben Korallen

Ghost Nets Fischernetze auf dem Meeresgrund

05

Recycelte Faserprodukte

Aus den von nationalen Sammelzentren bezogenen herrenlosen Kunststofffasern, mehrheitlich aus PP und HDPE, soll wieder etwas Neues entstehen. Dazu gehören unter anderem Fischernetze, Verpackungsprodukte wie Big Bags, Seile, besonders reißfestes Garn und weitere faserbasierte Materialien aus der Agrarwirtschaft.

fischernetz auf weißem hintergrund

Fischernetz aus Kunststofffasern

06

Durchsatzstarke Zerkleinerungstechnik von WEIMA

Damit es mit dem Closed Loop und der Produktion von rPP und rHDPE Granulat auch wirklich klappt, setzt Healix auf state-of-the-art Recyclingtechnik. Für den ersten Schritt, der der Zerkleinerung, kommt in den brandneuen Fertigungshallen ein WEIMA W5.22 Einwellen-Shredder mit 2.200 mm Arbeitsbreite zum Einsatz. Er ist mit einem durchsatzstarken Hydraulikantrieb von Hägglunds Bosch Rexroth ausgestattet. Außerdem verfügt der knapp 12 Tonnen schwere Stahlkoloss über einen großzügigen Wartungszugang, wodurch man komfortabel in den Innenraum zum Rotor gelangt. Alberts erinnert sich:

WEIMA Shredder bei Healix Eröffnung mit vielen Besuchern

Healix Eröffnungsfeier in Maastricht mit Frans Timmermans

Orangener WEIMA Shredder mit Hydraulikantrieb bei Healix in Produktionshalle

Brandneu: WEIMA W5.22 Einwellen-Shredder bei der Eröffnung von Healix

Austragsförderband, WEIMA Shredder und Auftragsförderband

WEIMA W5.22 Kunststoff Shredder samt Förderbändern

07

„Ich bin bei meiner Recherche nach geeigneten Shreddern im Internet schnell auf WEIMA aufmerksam geworden und habe auch Videos über die Zerkleinerung von Netzen und Big Bags gesehen. Zur gleichen Zeit habe ich mich innerhalb meines Netzwerks umgehört. Und was soll ich sagen? WEIMA hat einfach einen ausgezeichneten Ruf in der Branche. Deshalb habe ich dann auch Kontakt mit WEIMA in Deutschland aufgenommen.“

– Marcel Alberts, CEO und Gründer von Healix

08

Gemeinsam mit WEIMA Sales Director Patrick Henzler wurde das Projekt weiter vorangetrieben. Alberts entschied sich für den besagten W5.22 und zieht heute ein durchweg positives Zwischenfazit:

Alte türkise Taue auf Palette, davor zerkleinerte Fasern, davor Regranulat nach der Extrusion

Kunststofffaser Taue zerkleinert und extrudiert zu Granulat

09

„Alles beginnt mit dem Shredder. Wenn der nicht robust und zuverlässig ist, leiden alle folgenden Produktionsschritte. Wir lassen den WEIMA Shredder über drei Schichten hinweg durchgängig laufen. Pro Stunde zerkleinert er durchschnittlich etwa ein bis zwei Tonnen äußerst abrasives Material. Das Ergebnis ist ideal für die anschließende Waschung, Trocknung und Extrusion. Homogene Stücke von ca. 50 mm Größe sind wichtig für uns. Ich glaube, dass wir mit dem WEIMA Shredder alles richtig gemacht haben.“

– Marcel Alberts, CEO und Gründer von Healix

Von der ursprünglichen Idee bis zur Inbetriebnahme des Recyclingzentrums sind nicht einmal zwei Jahre vergangen. Laut Healix betrug die Investitionssumme etwa zehn Millionen Euro. Ein echtes Vorzeige-Startup, das selbst Frans Timmermans in seiner Funktion als Green Deal Klimakommissar nicht verborgen blieb. Er nahm daher auch als Special Guest an der Eröffnung teil.

Alberts Ziel, mit Healix jährlich bis zu 6.000 Tonnen Meeresplastik in Regranulat zu verwandeln, ist auch ein Zeichen an den Rest der Wirtschaft und Gesellschaft. Mit viel Mut, Engagement und den richtigen Technologiepartners ist man dem Traum einer Kreislaufwirtschaft samt klimaneutralem Kontinent wieder ein Stück näher gekommen.

Kontakt

WEIMA Maschinenbau GmbH

Bustadt 6-10

74360 Ilsfeld

Kontakt

Zusätzliche Informationen

Über WEIMA

Über 40.000 verkaufte Maschinen weltweit! Seit über vier Jahrzehnten fertigt WEIMA robuste Zerkleinerungs-, Brikettier und Entwässerungsmaschinen für die Entsorgung und Aufbereitung von Abfällen aller Art. Dazu gehören Einwellen-Zerkleinerer, Vierwellen-Zerkleinerer, Schneidmühlen, Entwässerungspressen und Brikettierpressen. Die beliebten blutorangefarbenen Maschinen werden erfolgreich für Anwendungen in der Holz-, Kunststoff-, Papier-, Metall und EBS-Industrie eingesetzt.

Produziert in Deutschland. Gebaut für die Welt.

Zerkleinerer, Brikettierpressen und Entwässerungspressen von WEIMA werden ausschließlich in Deutschland produziert und stammen aus Produktionsstätten in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Über 300 Mitarbeiter arbeiten jährlich an ca. 1.200 Kundenlösungen für den globalen Einsatz. Langjährige Vertriebs- und Servicestandorte bestehen in den USA, Polen, Indien und China. Mehr als 80 Vertretungen ergänzen die weltweite Präsenz.

Newsletter
Newsletter abonnieren und 100 € sichern.
Newsletter abonnieren